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Zeit zurückdrehen.

Nicht weil heute vor einem Jahr ein unglaublich lustiger+peinlicher+schöner+schlimmer Abend war, sondern weil ich glaube, einen relativ großen Fehler gemacht zu haben. Und gerade jetzt, wo ich volle Konzentration für die Schule bräuchte, lässt es mich nicht los.
Also.
Gestern Abend bin ich zu meinem Freund gefahren, hab im Bus gemütlich gelesen und war nicht mal genervt, dass er es verpeilt hatte, loszufahren. Nach kurzem Warten kam er dann, wir haben uns ungewöhnlich verliebt begrüßt und sind ein paar Sachen fürs Abendessen einkaufen gefahren. Auch da war alles schön, keiner von uns beiden meckerte rum. Ich war happy. Auf dem Weg zu seinem zu Hause meinte er dann beiläufig "Wenn du morgen bis zum Mittagessen bleibst, musst du mitessen." Ich guckte ihn entgeistert an. "Was? Hä? Nee äh..äh...na dann bleib ich nicht zum Mittagessen." Seit wann lag meinem Liebsten was daran mich mit seinen Eltern bekannt zu machen? Ich meine, wir sind eine Weile zusammen, ich kenne seine Eltern nicht, er meine nicht. Und das war für uns beide in Ordnung und besser so. Und jetzt will er auf einmal, dass ich mit zu Mittag esse? Er: "Nee na ich hab jetzt der Mutti schon gesagt, dass du morgen mit isst." "Das glaub ich dir nicht. Nee, niemals." Tat ich wirklich nicht. Ich war überzeugt, dass er mich auf den Arm nehmen wollte. "Doch man. Der Vater ist morgen nämlich nicht da. Als mir die Mutti das gesagt hat, hab ich gemeint 'Da finden wir sicher auch noch was für die Amanda.'" PANIK! Eine meiner größten Ängste sollte ich morgen so von jetzt auf gleich begegnen? Und das nach diesem bescheuerten Faux-Pas letztens? Unmöglich! PANIK PANIK PANIK! "Nee! Nein! Du hast doch die ganze Zeit nie Wert drauf gelegt, dass wir uns kennenlernen. Ich ess nicht mit." Nach weiterem Hin und Her betraten wir die Wohnung und die Sache schien vergessen. Leckeres Essen, nettes Beisammensein, guter Sex.
Am Morgen holte mich die Sache wieder ein und ich wurde nervöser und nervöser, denn ich dachte, er würde mich sicher zwingen, mit seiner Mutter und ihm zu essen. Er überraschte mich wieder. Wir gingen also halb eins die Treppe hinunter, ich grüßte seine Mutter, die gerade in der Küche stand und er und ich zogen uns die Schuhe an. "Amanda?" kam es aus der Küche. Ich erschrak. Oh mein Gott! Ich war nicht darauf vorbereitet, meinen Namen aus dem Mund eines seiner Elternteile zu hören. Und ich musste mir schnell eine Ausrede einfallen lassen, warum ich gerade abhaue. "Jaa?" "Gibt es bei dir eine Frau Gierich an der Schule?" Puuuuh. "Nu, gibts. Die hab ich sogar." "Kannste mal nen schönen Gruß ausrichten." "Nu, mach ich." Freundlich lächeln. Freundliches Lächeln zurück. Mein Freund und ich verließen das Haus und ich war auf einmal glücklich. Gerade eben noch hatte ich eine Schnute gezogen, wie immer, wenn ich wieder nach Hause muss.
Im Bus lächelte ich vor mich hin. Vielleicht würde es doch nicht so übel werden, seine Eltern kennen zu lernen. Frau Gierich. Ausgerechnet Frau Gierich, zu der ich ja ohnehin schon eine etwas andere Beziehung habe. Ich war gespannt darauf, wie sie auf den Gruß reagieren würde.
Fünf Haltestellen weiter machte ich ein langes Gesicht. Ich fing an, mir Vorwürfe zu machen. Warum zur Hölle hab ich nicht einfach mit gegessen? Eine bessere Gelegenheit, seine Eltern sachte kennen zu lernen krieg ich nicht. Mich beschlich das ungute Gefühl, dass Er enttäuscht von mir ist. Ich bin so unglaublich bescheuert. Die ganze Zeit wollte ich, obwohl ich unendlich Schiss davor hab, seiner Familie näher kommen. Geäußert hab ich das zwar nie, aber in mir drin gewünscht. Nun war sie da, die perfekte Gelegenheit, es einfach zu gestalten (Die Eltern der Reihe nach kennenlernen) und ich hab mal wieder überreagiert und die Chance an mir vorbeiziehen lassen. Und nochmal würde Er es mir sicher nicht anbieten, nach dem was ich gestern für eine Reaktion gezeigt hatte. Verdammt. Ich lehnte meinen Kopf gegen die Scheibe des Busses und wollte nur noch ins Unendliche fahren und verschwinden.
Ich hatte mal wieder einen Fehler begangen.



22.11.09 16:49
 


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